Unsere Konzert-Highlights 2018


"Tango Nuevo" - Starbesetzung die begeistert

Wieder einmal war Stargittarist Friedemann Wuttke Garant für ein Konzert von ganz besonderer Klasse. Der Kontrabassist Winfried Holzenkamp, Bandoneonist William Sabatier und Wuttke begeisterten die Gäste im Kursaal mit ihrem Abend zum „Neuen Tango“ (Tango Nuevo) und die dankten es ihnen mit lang andauerndem Applaus.

Erneut zeigte sich eindrücklich die Begeisterung der Künstler für ihre Instrumente und die Passion, gemeinsam zu spielen.

Schon mit den ersten Tönen, die aus dem ausdrucksvollen Instrument "Bandoneon" erklangen, brachte William Sabatier die typische Atmosphäre des Tango Nuevo in den Saal.

 

Danke an Sie alle, die sich von der Musik in ihren Bann haben ziehen lassen und diesen Abend so erfolgreich gemacht haben – wir freuen uns, wenn Sie auch beim nächsten Konzert so zahlreich dabei sind.

 

 

 Die Musikkritikerin Simone Tonka urteilte zu diesem Konzert in der Bruchsaler Rundschau:

 

 

Unter dem Motto „Tango Sensations“ konzertierte das Trio Friedemann Wuttke (Gitarre), William Sabatier (Bandoneon) und Winfried Holzenkamp (Kontrabass) im ausverkauften Kursaal Sigel in Bad Schönborn-Langenbrücken. Anlass war das Jahreskonzert des Kulturkreises Bad Schönborn. Die drei Musiker verbanden Klassik und Moderne. Barocke Werke von J. S. Bach und Antonio Vivaldi erklangen ebenso eindrucksvoll wie Tangos von Astor Piazzolla und Mariano Mores.

 

 

Eröffnet wurde das Konzert mit Tangos von A. Piazzolla. Der argentinische Komponist und Bandoneonspieler ist der Begründer des Tango Nuevo. In "Introduccion" und "Milonga" begeisterte das Trio mit einer imposanten Klangfülle. Piazzolla komponierte „Adios Nonina“ anlässlich des Todes seines Vaters. Der bekannte Tango erklang mal wehmütig, mal fröhlich. Virtuose Läufe ließen dem französischen Bandoneonspieler W. Sabatier Spielraum zur Entfaltung.

 

 

Meisterwerke der klassischen Musik erstrahlten bei dem Trio in neuem Licht. In der ungewöhnlichen Besetzung Kontrabass und Gitarre erklang  J. S. Bachs „Air“ getragen und ausdrucksvoll. Mit fulminantem Spiel bewies W. Holzenkamp am Kontrabass seine Extraklasse in „Contrabajeando“ von Piazzolla.

 

 

Aus der Feder des argentinischen Komponisten M. Mores stammt der Tango „Uno“. Der musikalische Ausdruck reichte von empfindsam bis hin zu leidenschaftlich.

 

 

Die „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi dienten Piazzolla als inspirierende Vorlage. Wenn der Argentinier die Stimmungen der Jahreszeiten in seiner Musik einfängt, so ist dies ein Porträt und eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt Buenos Aires. Abwechslungsreich interpretierten die Musiker Auszüge aus den „Quattro stagioni“ des italienischen Barockmeisters Vivaldi, gepaart mit Piazzollas Jahreszeiten „Las Quatro Estaciones Portenas“.

 

 

(Mit freundlicher Genehmigung der BNN. Fortsetzung folgt.)


"Saxetto Classico" - Ein Konzert für das Saxophon

"Abwechslungsreiche Klangfülle mit virtuosem Spiel"                                                                         Foto: Schmidt-Lange

 

Sein zweites Konzert in dieser Saison veranstaltete der Kulturkreis Bad Schönborn mit dem Saxophon-Quartett „Saxetto Classico“. Die vier Musiker Peter Schmidt (Sopransaxophon), Jutta Fischer (Altsaxophon), Peter Matejcek (Tenorsaxophon) und Jörg Dold (Baritonsaxophon) zeigten im historischen Kursaal Sigel in Bad Schönborn-Langenbrücken ein abwechslungsreiches Programm von der Romantik bis zur Moderne mit überwiegend Originalliteratur. Das Quartett überzeugte mit einem sehr homogenen Klang. Dies war umso bemerkenswerter, da Peter Matejcek für die erkrankte Constanze Kaulich kurzfristig  einsprang.


Eröffnet wurde das gutbesuchte Konzert mit „Quatuor pour saxophones“ von Jean-Baptiste-Victor Mohr. Lebhaft-spielfreudig und zugleich mit warmem Klang begeisterte das Ensemble mit einer der ersten Kompositionen für Saxophon. Alexander Glasunow komponierte sein Spätwerk „Quartett op.109“ im romantischen Stil. Bei dem Auszug reichte der musikalische Ausdruck von getragen bis hin zu feurig. Mit differenziertem Spiel bewiesen die Musiker ihr hohes musikalisches Niveau.

 

In der sinfonischen Fantasie „Ein Amerikaner in Paris“ verarbeitete George Gershwin die Eindrücke seines Aufenthalts in Paris musikalisch.  Stimmungsvoll, expressiv und farbenreich beschrieben die Musiker das geschäftige Treiben in der Großstadt. Das bekannteste Werk der Brüder Faustin und Maurice Jeanjean „Quartour pour saxophones“ hat sich im Repertoire von Saxophon-Quartetten etabliert.

 

Mal anmutig-lieblich, mal ausgelassen-fröhlich – stets überzeugte das Ensemble mit einer abwechslungsreichen Klangfülle. Ein musikalischer Ausflug nach Griechenland erfolgte mit der „Suite hellénique“ aus der Feder des spanischen Komponisten Pedro Iturralde. In dem  rhythmisch anspruchsvollen Werk begeisterte das Quartett temperamentvoll mit virtuosem Spiel.

 

Während die Saxophonisten in Astor Piazzollas Tango „Close your eyes and listen“ lateinamerikanische Atmosphäre verbreiteten, versprühten sie im zeitgenössischen „Ulla In Africa“ von Heiner Wiberny afrikanische Lebensfreude. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus für die musikalischen Darbietungen, nicht ohne zwei Zugaben einzufordern."


Simone Tonka
(Mit freundlicher Genehmigung der BNN)


                                                                                                                                                                 Foto: Thomas Christ

Winterreise mit Susanne Christ und Dieter Schweigel

RESTLOS ÜBERZEUGT haben Dieter Schweigel,  und Susanne Christ der bei ihrer Interpretation der Winterreise mit Gesang und Klavier.

 

„Fremd bin ich eingezogen – fremd zieh ich wieder aus.“ Mit diesen Versen beginnt der Zyklus von Wilhelm Müllers Liedern, die Franz Schubert ein Jahr vor seinem Tod vertont hat. Und in der Tat, beim Liedvortrag von Dieter Schweigel mit der Klavierbegleitung von Susanne Christ im Kursaal Sigel in Bad Schönborn-Langenbrücken zeigte sich die „Winterreise“ in ihrer ganzen für uns ein wenig rätselhaften Glücksarmut und Todessehnsucht.

Es gab schon viele Deutungen des Textwerks: als skurriler dichterischer Momentaneinfall, als „ewige Leier eines ohne Hoffnung gebliebenen Lebens“, als subtile Kritik am damals herrschenden politischen System und manches mehr. Eine Winterreise im Sinne einer Reisebeschreibung ist es nicht, eher schon die Beschreibung eines auslaufenden Lebens mit Bildern des Winters.

Als Zuhörer im aktuellen Konzert war man alsbald bereit, diesen Abschied von allen lebensbejahenden Motiven im Bezug auf das eigene Leben richtig zu deuten. Ja, die Welt scheint sich mit zunehmendem Alter für viele zu verdunkeln. Oder hatten frühere Aufführende dieses Werks das extreme Sich-Ergehen in grenzenloser Hoffnungslosigkeit, indem sie den Kern verkannten, ein wenig geglättet? Natürlich ist die Winterreise, wenn man so will, ein Gegenpol zu Beethovens Vertonung von „Freude, schöner Götterfunken“. Ihr lyrisches Ich scheint (wie in „Die Nebensonnen“) neben den christlichen Tugenden von Glaube und Hoffnung zum Schluss auch noch die der Liebe zu verlieren. Den Gipfel der bildlichen Entrückung zeigt der einsam im Schnee stehende und an den nackten Füßen frierende Leiermann, mit dem sich der Sänger verbrüdern will.

Von Anfang bis Ende stand für die beiden Interpreten des Abends zu Recht keine andere Deutung im Vordergrund als das „Was fragen sie nach meinen Schmerzen“, die Todeseinladung des Lindenbaums, die Irrlichter, auch der von einer „Krähe“ verfolgte „greise Kopf“ und das „letzte grüne Blatt am Baum“.

Für ein solches von Anfang bis Ende künstlerisch restlos überzeugende „Memento“ der beiden Interpreten war das Publikum im Kursaal Sigel in Langenbrücken in tiefer Ergriffenheit dankbar.

 

Mit freundlicher Genehmigung der BNN (kob)


„Hochkarätige Künstler beim Kulturkreis“

DUO SOPIA mit Melina Elbe-Hegenauer (Flöte) und Markus Thalheimer (Harfe)

Mit einem rundum begeisternden Konzert ging das Konzertjahr 2018 des Kulturkreises zu Ende. Lesen Sie dazu aus dem Artikel der BNN zum unserem Konzert von "Duo Sopia."

 

[...]
Das Ensemble kennt sich seit dem Studium und einem gemeinsamen Ausbildungs-Aufenthalt in Finnland. Daher stammt der Name „Sopia“. Er bedeutet: Es passt gut zusammen.

Tatsächlich bewiesen die Flötistin und der Harfenist dies gleich beim einleitenden „Auf den Flügeln des Gesangs“ von Mendelssohn-Bartholdy.
Beide betonten harmonisch und übereinstimmend jeweils den Beginn der Takte in dieser erst träumerischen, dann sich aufbäumenden Melodie. Auch Schuberts „Trockne Blumen“ schienen sich noch einmal aufzubäumen. Es waren die Blumen von der „Schönen Müllerin“.
[...]


Melina Elbe-Hegenauer (Baiersbronn) und Markus Thalheimer (Neue Lausitzer Philharmonie Görlitz) gaben die von Schubert selbst bearbeitete Instrumental-Fassung des Liedes zunächst mit „lufttrockenen“ Staccati wieder, dann mit betonten Pausen und  einem überraschenden, geradezu trotzigen Schluss. Auch das Lied „Wohin?“ in e-Moll blieb im Rahmen des kurzen, kompakten Liedgesangs, treu nach Schubert.
Die Interpreten hatten ja nicht die längeren kompositorischen Erweiterungen des anderen Lied-Bearbeiters gewählt: von Theobald Boehm (gestorben 1881), dem Flötenvirtuosen und Erfinder der heute üblichen Traversflöte.


Schöne Kontraste gab es im Schubert-Lied von Friedrich Rückert „Du bist die Ruh“ und im mit viel Beifall belohnten „Heidenröslein“ von Goethe.
Louis Spohr, selbst Violinist, hat Duo-Werke für Geige und Harfe komponiert. In dessen c-Moll-Fantasie zeigte sich Thalheimer als sensibel nachfühlender Solist an der Harfe. Flächige Tonleitern würzte er mit der linken Hand sozusagen durch gedämpfte, nachdenkliche Bassklänge.


Mit Gaetano Donizetti und erst recht mit dem Harfensolo „Impromptu“ von Gabriel Fauré gab es dann einen gelungenen Übergang vom Lied zur Oper und zur Neuzeit.

Hier zeigte der Interpret auch die vielfältigen Möglichkeiten seines modernen Instruments, der Doppelpedal-Harfe.
Nicht nur für Verehrer der Harfe war die Darbietung von Schuberts „Arpeggione“ ein Hochgenuss. M. Elbe-Hegenauer brillierte besonders im „Nightclub 1960“ des argentinischen Tangomeisters Astor Piazzolla, wo sie die virtuosen, bewusst unharmonischen und manchmal „gepusteten“ Läufe souverän bewältigte.

 

Das Publikum im gefüllten Saal zeigte sich begeistert, auch über die im perfekten Zusammenspiel ausgebreiteten Klangteppiche der Zugabe: „Entr´acte“ von Jaques Ibert.

 

"mit frdl. Genehmigung der BNN"